Wie bei uns Menschen ist auch beim Hund das Lernen nicht nur eine Frage von Wiederholung, sondern auch von Verarbeitung. Und genau dafür braucht es eines: Pausen.

Was passiert in Lernpausen?

Studien in der Neurobiologie zeigen, dass Informationen während Ruhephasen im Gehirn „sortiert“ und im Gedächtnis verankert werden. Beim Menschen ist dieses sogenannte Memory Consolidation gut belegt – und auch bei Tieren wie Ratten, Vögeln und Hunden konnte gezeigt werden: Nach einer Lernphase wiederholt das Gehirn in Ruhe aktiv die gerade gelernten Inhalte (Bendor & Wilson, 2012). Das bedeutet: Das Gehirn arbeitet weiter, auch wenn der Hund scheinbar nur döst.

Warum Pausen so wichtig sind

In der Praxis bedeutet das: Wer seinem Hund nach einer Lerneinheit (z. B. einer neuen Übung oder einem Reha-Prozess) eine bewusste Pause gönnt, unterstützt genau diesen biologischen Mechanismus. Ohne Pause kann das Gelernte regelrecht „verpuffen“ – mit Pause wird es stabil im Gedächtnis verankert. Gerade in der Physiotherapie, wo oft neue Bewegungsabläufe gelernt werden, ist das entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Was heißt das konkret?

  • Lerneinheiten kurz halten – lieber 5 Minuten konzentriert als 30 Minuten überfordert.
  • Ruhe danach ermöglichen – kein Spiel, kein Toben, sondern lieber ein ruhiger Ort zum Dösen.
  • Wiederholung mit Abstand – statt alles in einer Sitzung, lieber mehrfach mit Pausen über den Tag verteilt.

Fazit

Lernen braucht Pausen – und Hunde brauchen Zeit zum Nachdenken. Wer das versteht, fördert nicht nur den Lernerfolg, sondern auch das Wohlbefinden seines Vierbeiners.

Zum Nachlesen:
Bendor, D., & Wilson, M. A. (2012). Biasing the content of hippocampal replay during sleep. Nature Neuroscience, 15(10), 1439–1444. https://doi.org/10.1038/nn.3203

Hinterlasse einen Kommentar